Wald-Erdbeere

Die Walderdbeere ist eine krautige Pflanze, die uns im Frühsommer mit ihren köstlichen roten Früchten erfreut. Sie gedeiht in  Kiefernwäldern, doch nur in jenen von bester Bodenqualität, denn Rohhumus – das ist eine Schicht schwer zersetzbarer Pflanzenrückstände auf dem Mineralboden –  mag sie nicht; und an Waldrändern und -lichtungen. Die prangend roten Früchten, die uns von weitem schon ins Auge leuchten, übersehen wir oft, wenn wir uns der Pflanze nähern und sie direkt von oben betrachten. Denn dann sind die Früchte oftmals unter dem gerbstoffreichen dreigeteilten Blattwerk, das übrigens ebenfalls eßbar ist, versteckt und wir erblicken sie erst wieder, wenn wir uns seitlich von dem Pflänzlein ein Stück entfernen.

Walderdbeere: erste Blätter im April.

Die Walderdbeere kann aufgrund ihrer vegetativen Fortpflanzung bodendeckend sein. Dazu sendet sie aus den Blattwinkeln fadige Triebe aus, die sich bald auf den Erdboden legen und von der „Mutterpflanze“ weg in gerader Richtung weiterwachsen, einen viertel Meter oder mehr. Am Ende dieses Ausläufers entsteht eine Blattrosette, die sich bewurzelt und den Grundstock für eine neue Pflanze bildet. Diese treibt im nächsten Frühjahr blühende Stengel aus und entsendet ihrerseits junge Sprosse, die sich je in einen Blattbüchel bewurzeln, die selbst wiederum austreiben und so weiter, bis in den Herbst hinein. Dabei bleiben die „Tochterpflanzen“ noch mit der „Mutter“ einige Zeit verbunden und werden zum Teil von ihr genährt, bis sie selbst eine ausreichende Bewurzelung gebildet haben. Natürlich verbreitet sich die Walderdbeere auch geschlechtlich und zwar, indem sie ihre weißen Blüten von Insekten bestäuben läßt und ab Juni ihre saftigen Früchte, auf denen die zahlreichen kleinen gelben Nüßchen sitzen, den Waldtieren zur Nahrung darreicht. So tragen vor allem Drosseln, Häher und Igel zur Verbreitung der Nüßchen bei.

Reife Walderdbeere.

Verwendbare Pflanzenteile:

alle Pflanzenteile

Blütezeit:

April bis Juni

Blütenfarbe:

weiß

Fruchtreife:

ab Juni

Wuchshöhe:

20 bis 30 cm

Hauptwirkstoffe:

in den Blättern: 5 bis 10% Gerbstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide, Salicylsäure; in den Früchten: Folsäure, B-Vitamine, Vitamine C, E, K, Eisen, Kalium, Calcium, Kobalt, Mangan, Phosphor, Magnesium, Zink, Fruchtsäuren, Phytosterine, Zuckeralkohole

Blüte der Walderdbeere in der Draufsicht.

Vorkommen:

sonnige bis halbschattige Standorte auf feuchtem, aber gut durchlässigem, nährstoff- und humusreichem Boden

Geschmack:

Die Früchte sind aromatischer als die handelsüblichen. Blätter und Blüten haben einen milden, leicht fruchtigen Geschmack, jedoch sind die Gerbstoffe deutlich schmeckbar.

Verwendung als:

Früchte als Tafelobst, für Eis; Kaltauszug aus Blättern und Blüten oder getrockneten Früchten; Blüten als eßbare Dekoration; Blätter in Salaten u.a. Speisen

Heilwirkungen:

Früchte adstringierend und fiebersenkend; Blätter äußerlich angewandt als Wundumschlag oder Salbe (auch bei Krampfadern); Tee aus Blättern und Wurzel bei Magen-Darm-Problemen, Durchfällen und Entzündungen im Mundraum; volksmedizinisch bei Energiemangel und Blutarmut, sowie bei Herz- und Harnwegsbeschwerden

Verwechslungsmöglichkeit:

besteht mit der aus Asien eingeschleppten und verwilderten Scheinerdbeere. Sie ist ebenfalls eßbar, schmeckt jedoch recht fad. Auffälligste Unterscheidungsmerkmale sind die gelben Blüten und der fade Geschmack.

Weitere Namen:

Monatserdbeere, Wilde Erdbeere, Rotbeere, Flohbeere, Erbern, Besingkraut, Darmkraut, Aardbeeren, Knickbeeren, Hafelsbeere; franz.: Fraisier des bois; engl.: wild strawberries, woodland strawberry; botanisch: Fragaria vesca L.

Walderdbeer-Pflanze.

Die Gartenerdbeere oder Kulturerdbeere stammt übrigens nicht von der hiesigen Walderdbeere ab, sie ist eine Kreuzung zweier aus Amerika stammender Erdbeerarten. Kultivierte Arten der Walterdbeere hingegen werden Monatserdbeeren genannt. Sie zeichnen sich durch längere Blütezeiten und das Tragen von Früchten bis in den Spätherbst aus und teilweise durch das Fehlen der Fähigkeit zu vegetativer Vermehrung.

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Eine Antwort zu “Wald-Erdbeere

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