Birke

Wo immer sie aber beheimatet sind, stets heben sie sich in ihrer Erscheinung, vor allem durch ihre leuchtenden Stämme, vorteilhaft ab von den anderen Bäumen, und wenn im Frühjahr, um Mitte April, ein lichtes Gehänge von zartestem Grün ihre luftig durchsichtigen Kronen schmückt, vom Lenzwind hin und her geschaukelt, so ist die Birke ein wahrer Prachtbaum, der an Anmut nicht seinesgleichen hat.

Zitat aus dem Buch vom Deutschen Wald (siehe Buchvorstellung weiter unten)

Laubwerk in zartem Aprilgrün.

Die Birke ist ein Pionierbaum, der oft als erster Baum in einem Gebiet in Erscheinung tritt. Dies verdankt sie ihrer Gabe überall dort leicht Fuß zu fassen, wo sich im Walde eine Lücke zeigt oder wo sich außerhalb seiner Grenzen noch einer freier Ort findet. Geringe Standortansprüche sowie ein rasches Wachstum in den ersten Jahren (bis zu je ein Meter in den ersten zehn Jahren) ermöglichen dies. Einzige Bedingung ist, daß sie dort genügend Licht bekommt. Die Birkensamen fliegen weit und wo sie auf ihrer Reise landen, keimen sie schon nach drei Wochen und noch bevor das Jahr zu Ende ist, hat der junge Birkensprößling den ersten Höhentrieb hinter sich.

Je nach Standort sind in Deutschland zwei Birkenarten einheimisch: die Hänge- oder Weiß-Birke und die Moor- oder Haar-Birke. Erste treffen wir auf trockenem Sandboden und letztere in feuchten Auenwäldern. Beide Arten sind sehr ähnlich und von gleichem Nutzen; sind jedoch an ihren jeweiligen Standort angepaßt. Die Hängebirke hat für gewöhnlich hängende Zweige. Ihr in dünnen Blättchen abschilfernder Stamm ist schlank und lange Zeit weißglänzend; bekommt im Alter jedoch tiefe Risse und eine Borke. Der Stamm setzt sich als Achse bis in den Wipfel fort. Von ihm gehen die dünnen Zweige ab, welche die Krone bilden. Bei der Haarbirke haben die jungen Blätter und Triebe samtähnliche Haare. Der Stamm ragt gleichfalls bis in die Kronenspitze. Von ihm gehen die Zweige jedoch mehr zur Seite und nach oben. Die Borkenbildung tritt später auf und ist zumeist auf den untern Stammteil begrenzt. Sie liebt feuchte und moorige Untergründe, auf denen die Hängebirke nicht zu finden ist. Jedoch gibt es zwischen beiden zahlreiche Übergangsformen, so daß beide auch zusammen angetroffen werden können.

Sämling einer Birke.

Verwendbare Pflanzenteile:

Fruchtzäpfchen der Weiß-Birke.

Blätter und Blüten

Blütezeit:

April bis Mai

Blütenfarbe:

bräunlich gelb oder grün

Blattaustrieb:

Mitte April

Wuchshöhe:

15 bis 25 m

Erreichbares Alter:

120 bis 160 Jahre

Hauptwirkstoffe:

Die Blätter enthalten bis zu 3% Flavonoide sowie reichlich Vitamin C, Saponine und ätherische Öle. Sie können von April bis Oktober genutzt werden.

Weißbirke am Waldwegesrand.

Weiß-Birke am Waldwegesrand.

Vorkommen:

praktisch überall, wo sie nur genug Licht erhält

Geschmack:

herzhaft mild

Verwendung als:

Die Blätter können so gegessen werden oder Kräutermischungen und Gemüsegerichten beigegeben werden. Zudem sind sie eine stärkende und erfrischende Mahlzeit bei jeder Wanderung. Kaltauszug aus Blättern und Blüten.

Heilwirkungen:

Der Kaltauszug wirkt entwässernd, bei Gicht, Nierensteinen und Koliken, Blasenentzündung, Frühjahrsmüdigkeit. Äußerlich bei Haarausfall und Schuppen oder einfach zur Haarpflege

Verwechslungsmöglichkeit:

besteht mit anderen Birkenarten.

Weitere Namen:

Hänge-Birke, Sandbirke, Weißbirke, Warzenbirke, Besenbirke, Hexenbirke, Frühlingsbaum, Maibaum; franz.: bouleau verruqueux; engl.: silver birch; botanisch: Betula pendula  Roth.

Moor-Birke, Haar-Birke, Besen-Birke, Behaarte Birke; franz.: bouleau pubescent; engl.: downy birch, hairy birch; botanisch: Betula pubescens  Ehrh.

Weiß-Birke im Herbst.

Birkenhain.

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Alte und neue Erkenntnisse

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Köstliches von Waldbäumen

Einheimische Waldbäume bestimmen und nutzen

Waldbäume und ihre Früchte bzw. eßbaren Pflanzenteile sind wertvolle Nahrungsmittel. Am bekanntesten sind wohl Kastanien, Eicheln und Bucheln. Aber auch Pinienkerne und die jungen Triebe der Nadelbäume sowie die Früchte von Linde und Robinie bieten schmackhafte Abwechslung.

Das Buch Köstliches von Waldbäumen von Markus Strauß enthält umfangreiche Baumportraits zu einheimischen Waldbäumen mit Erntekalender, Tips zum Sammeln und Erkennen sowie Rezepten. Dabei werden Ideen für das gesamte Jahr bereitgestellt.

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Dieses Buch begleitet mich schon seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten und ich blättere immer noch gerne darin herum. Es ist 1992 erschienen, doch sein Farbfotographien sind zeitlos schön. Es beleuchtet die in Europa einheimischen Laubbäume in ganz fantastischem Licht.

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Das Buch vom Deutschen Wald

Detailreiche Sachinformation zu Nadel- und Laubwäldern

Dieses Buch ist von einem Liebhaber des Waldes, Carl Wilhelm Neumann, geschrieben. Diese Liebe spürt regelrecht man beim Lesen des Buches dank der lebendigen Wortwahl.

Dieser „Führer zu Heimatliebe und Heimatschutz“, so der Untertitel des Buches, enthält neben einer ausführlichen Einleitung mit zahlreichen detaillierten Information zum Wesen des Waldes umfangreiche Kapitel zu den in Deutschland vorkommenden Laub- und Nadelwäldern. Darin werden die einheimischen Laub- und Nadelbäume mit detaillierten Abbildungen portraitiert, sowie das Tierleben im Wald umfassend erläutert.

Das Buch ist leinengebunden mit illustriertem Schutzumschlag und mit 63 Textbildern und 102 Abbildungen auf 64 Kunstdrucktafeln sowie 4 mehrfarbigen Tafeln. Bei Amazon gibt es verschiedene gebrauchte und antiquarische Ausgaben zu erwerben, teilweise zu echten Schnäppchenpreisen.

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