Archiv der Kategorie: Transformation

Winterzauber

Ein Zauber fliegt durch die Luft.
Es begleitet ihn ein betörender Duft.
Im Raume liegt ein goldener Glanz
und vom hellen Lichterkranz
durchströmt ein leiser Traum,
der überschreitend jeglichen Saum
eines jeden Menschenkindes Herz
führt himmelwärts.

Die kleine Maus (zweiter Teil)

Hier die Fortsetzung des ersten Teils:

Aus der Ruhe steigt empor
Still und leis‘ ein Keim hervor
Er ist es, der ins Bewußtsein dringt
Dem Mäuschen vom Leben singt

Das Denken ihm beschwingt
In ihm die Schönheit erklingt
So kommt die Maus um hinauszuspringen
Will ihr Glück in die Welt aussingen

Sieht in ihrem Inneren ein Sein
Das kam hervor im lichten Schein
Erkennt der Keim schon lange war
Tief in ihr gewurzelt unscheinbar

In der Ruhe erst kam er zu ihr
Brachte ihrem Atem Gier
Schenkte der Maus Trauen und Kraft
Geworden ist ihre Welt fabelhaft

Das Wort Gier hatte nicht immer den negativen Beigeschmack den es heute hat. Es wurde vielmehr als seelische Grundkraft verstanden ohne eine Gewichtung auf die Stärke des Verlangens, also als ein Bedürfnis der Seele. (siehe auch unter Gier im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm)

Die Person

Als ich neulich auf die S-Bahn wartete, sah ich ein junges Mädel, ebenfalls wartend, das so sehr geschminkt war, daß man gar nicht mehr ihr Gesicht sehen konnte. Wirklich schade, denn sie schien sehr hübsch zu sein.

Eine Maske sehe ich,
schaue ich in dein Gesicht.
Das Tier in dir
nur spricht zu mir.
Dein Innerstes, es schreit,
bisweilen es gar speiht.
Mit flehend Wort zu dir spricht.
Doch du erhörst es nicht.
Ich fühle mit, ich fühle tief
all deinen verwachsenen Mief.
Höre hin, in dich hinein.
Hörst du nicht das gequälte Sein?
Sendet Kund‘ und Bote
in seiner gefangenen Note
zu deiner vagen Kenntnis.
Möge es werden deine Erkenntnis.
Zwar leise nur, fast ohne Spur,
doch auf weiter Flur,
so daß sich machet breit
nach der Jahrzehnte Zeit
tief und fest in deinem Leib
der Krankheiten Verbleib.

Zum Begriff Person: Person bezeichnete ursprünglich die Maske von Schauspielern und wurde später auf deren Rolle übertragen.

Wenn ich mir so einige Personen anschaue, dann habe ich stark das Gefühl, daß sie gar nicht sie selbst sind, sondern nur eine Rolle spielen.

Der Mond und die Sonne

Wenn der Mond
im Himmel wohnt.
Dann lacht
die Sonne in der Nacht
und aus der Ferne
funkeln die Sterne.

Der Mond repräsentiert bekanntlich das männliche Prinzip und die Sonne das weibliche.

Die kleine Maus (erster Teil)

Im lichten Mondesschein
Irrt umher die kleine Maus
Im großen weiten Haus
In ihrer Hast stößt sie um den Wein

O welche Schrecken
Plagen nun die arme Maus
Im großen weiten Haus
Sind auf einmal lauter rote Flecken

Die Maus rennt davon geschwind
Schlüpft im fernen Winkel in ein Loch
Im großen weiten Haus sie sich verkroch
Doch noch folgt ihr der Wind

Der Wind erreicht verdrießlich
Im Keller doch die kleine Maus
Im großen weiten Haus
Herrscht Ruhe schließlich

Das Licht der Welt

Ein wunderschönes Gedicht darüber, wie die Wahrnehmung des Lichts in einem selbst und die Öffnung des Herzens für die Mitmenschen einen zum Träger und Sender desselbigen Lichts werden läßt.

in mir strahlt das licht der welt
ich fühle die sterne am himmelszelt
ich sehe einen schwarm vögel fliegen
und wie die wolken vorüberziehen

ich schließe dich in meine arme
ich flüstere sachte deinen namen
ich führe dich zu meinem herzen
es übertrifft jedes erblüh’n im märzen

ich spüre deine wärme in mir steigen
sie läßt mich die kraft des herzens zeigen
sie läßt mich auf liebe eingestellt
durch mich strahlt das licht der welt

Das Ich spürt, wie das Licht der Welt in ihm strahlt und es wärmt. Dabei macht es die Sterne als mögliche Quelle aus. Die fliegenden Vögel verkünden die Freiheit der Seele und die ziehenden Wolken künden Veränderung an, neuen Wind. In der zweiten Strophe nimmt das Ich seinen Nächsten in die Arme, erkennt ihn und öffnet sein Herz. Es stellt dabei fest, daß das Frühlingserblühen allein das Herz bei weitem nicht derart tief berühren kann. In der dritten Strophe nimmt das Ich die Veränderung in sich selbst wahr; es fühlt eine Wärme in sich, die es in Liebe sein läßt. Und schließlich wird es zum Träger dieses Lichts.

Wir können in obigen Gedicht auch den Dreiklang wiedererkennen, der uns aufzeigt, wie eine liebevolle Welt gelebt werden kann. Es sind nämlich jeweils in den Strophen 1, 2 und 3:

  1. Das In-die-Natur-gehen; sich mit der Natur, d.i. die Schöpfung auf der Herzens- bzw. der Seelenebene verbinden. (Mit der Schöpfung)
  2. Zusammen den Weg gehen; die Herzen verbinden. Warum wohl drückt man sein Gegenüber bei der Begrüßung ans Herz?   (Mit Schöpfern)
  3. Auf liebevolle Art und in Liebe selbst zur Quelle des Lichts  werden bzw. in Liebe selbst etwas schaffen; seine Gabe der Welt geben. (Schöpfen)

Der Parfümeur

Heute möchte ich von einer Duft-Klang-Meditation der besonderen Art berichten:

Gedunkelt der Raum

Gediegen der Traum

Geruhsam die Musik

Erhaben der Kritik

Erloschen die Gedanken

Die Sinne Wanken

Der Duft entfaltet

Das Gefühl gestaltet

Was für ein Erlebnis auf der Lebensfreudemesse, einen echten Parfümeur zu erleben, der die Düfte noch mit Leidenschaft und in Handarbeit herstellt. Seine Düfte sind einfach ein Traum. Jeder ist für sich einzigartig, so einzigartig wie ein Gedicht. Er extrahiert die Düfte in seinem Labor und läßt sich dabei durch sein inneres Gefühl und natürlich seiner Nase leiten, seinem wichtigsten „Arbeitsgerät“. Er lebt größtenteils in Hamburg und bietet die Möglichkeit an, bei einem persönlichen Treffen individuell ein Parfum nur für einen selbst zu erstellen.

Echte Parfümeure gibt es nur noch sehr wenige auf der Welt und nur eine Hand voll von ihnen arbeitet als selbständige Künstler, dessen Berufung die Schaffung lebendiger Düfte ist. Leider hat er keine Weltnetzpräsenz, er kann jedoch wie folgt erreicht werden:

par fumar -Die reisende Duftwerkstatt
Rashid al-Attar
par_fumar@yahoo.de
IMG_7068_02

Der Parfümeur mit seinem Stand und den Parfums.

Das Parfüm von Patrick Süskind

Dabei erinnerte ich mich an den Roman Das Parfum von Patrick Süskind, den ich vor Jahren las: Der Junge Jean-Baptiste kommt unter widrigen  Umständen im Paris des 18. Jahrhunderts zur Welt. Er ist  mit einer  besonderen Gabe gesegnet. Seine  Nase ist so fein und scharfsinnig, daß er die feinsten Nuancen in den Gerüchen zu erkennen vermag. In einer Szene kommt Jean Baptiste in den Laden eines der beiden berühmtesten Parfümeure von Paris und kreiert dort aufgrund seines Talents einen Duft, der selbst den Meister zu tiefst beeindruckte. Er stellte diesen Duft zusammen ohne jegliche Ausbildung, er wußte nicht wie die Zutaten hießen oder wie man mit den Geräten richtig umgeht. Er mischte frei seiner inneren Eingebung folgend einfach die Komposition zusammen, ganz zur Verwunderung des Meisterparfümers.

Leider hatte seine Hochsensibilität eine für ihn äußerst verhehrende Nebenwirkung. Die Reizüberflutung machte ihn wahnsinig. In seiner Verzweiflung flieht er aus der Stadt und findet in der Einsamkeit auf dem Land zu den Gerüchen der Natur und in einer leeren Höhle zu sich selbst, d.i. er entdeckt seinen eigenen Geruch, das heißt er findet sein eigenes Ich. Der Protagonist im Roman schafft es schließlich seine Begabung in einen Schöpfungsprozeß zu wandeln, er wird der größte Parfümeur. Leider stieß Jean-Baptiste aufgrund seines Anders-Sein bei seinen Mitmenschen nur auf Intoleranz und Ablehnung, bisweilen sogar Haß. Daher entwickelte sich in ihm selbst eine Aversion gegen die Menschheit. Man kann schon fast sagen er wurde wahnsinnig. Der Roman beschreibt somit, wie ein hochsensibler Mensch durch seine Andersartigkeit, seine andere Sichtweise auf Ablehnung stößt und letztendlich aus seiner Liebe gerissen wird. Doch sein Leben ist geprägt davon den größten Duft aller Zeiten zu entwickeln, um sich selbst zu verwirklich und so auch Anerkennung zu erlangen. Deshalb fand ich den Roman damals aufgrund der tiefgreifenden Beschreibung der historischen Lebensverhältnisse und des Lebensweges des Protagonisten fesselnd.

Schatten im Wandel

Edelsteine sind einfach magisch. Immer wieder spüre ich deren erstaunliche Wirkung. Dieses Mal ließ mich die göttliche Liebe des Rubins folgendes Gedicht über den Wandel der Schatten, die einen verfolgen, niederschreiben.

es wandelt umher ein schatten
ihm folgen viele der ratten
machen aus ihm einen schauer
kennen kein bedauer
nicht hier nicht dort
niemals an keinem ort
rennen fluchen streifen
erklimmen jenen reifen
der ihn umrollt
so kommt ungewollt
das neue hineingedrescht
nicht sich sorgt um recht
kehrt ein in wogen
in hohen schauernden bogen
stürzt nieder der unhold
noch hält fest am gold
das glänzend weit
kündet andere zeit
sagt sich los
geschunden bloß
aufgelegt gewalt’ge bürde
erlangen soll alte würde
das gold erkennen wird
der glanz scheinen wird
vorher ein zaun versperrt
was unheil nährt
neues findet platz
baut den schatz
der wird bringen
sicher gelingen
eine mußestunde
durch offene munde
sich offenbaren
darum sein im wahren
im schlummernden reinen
hinunterhangeln an leinen
landen stehen gehen
stranden sehen verstehen
im sandkorn finden einen stein
ihn lösen kostbar und fein
daß ihm erloschen wird werden
seine brennenden herden

Die Veränderung tritt mit einer Wucht ein, die im ersten Moment beunruhigend sein kann. Es braucht vielleicht sogar eine gewisse Portion Mut, um den Schritt zu wagen. Doch das Neue wird einen Schatz offenbaren, der das Alte verblassen und vergessen läßt.

So trage ich also eine Kette mit dem göttlichen Rubin, dem liebenden Rosenquarz und dem stabilisierenden Bergkristall und bin gespannt, was mich noch erwartet.

Ruby Dream

Ruby Dream, die perfekte Kombination aus Rubin, Bergkristall und Rosenquarz.

Eine schöne und ausführliche Interpretation zu obigem Gedicht kann bei rohspirit gelesen werden.

Goldener Kelch

Auf den goldenen Kelchen

Spiegelt sich das Veilchen

Spielt für sich ein Weilchen

Hat es Mut? Wenn, welchen?

Veilchen in der Märzsonne.

Heikle Arbeit

die Hände die flinken
sie tippen ohne zu hinken
streichen die Tasten sanft
schenken dem Texte Glanz
geben der Worte Sinn
lenken zum Ziele hin

am Kinn die schönen Finger
sich formen vielerlei Dinger
im Geiste auf weiten Breiten
beleuchtet von allen Seiten
was wahrhaft klirrt
was wichtig wird

stützt der Arm den Kopf
sinnt der goldene Schopf
hallt ein Räuspern, ein Schnaufen
versunken in Gedanken ein Raufen
lenkt ein Ziehen, ein Klick
bald ist fertig der Trick

Warum ist dieser Artikel mit Spiritualität gekennzeichnet?

Oben wollen sich im Geist geformte Konstrukte (wie Wörter) verwirklichen. Der Geist ist rege und im Schaffensprozeß – der Geist tut etwas.

In Spirit-Uali-Tät steckt der Geist (spiritus) und die Tat, verbunden durch Uali, gesprochen Wali (Das Lateinische kennt weder w noch u), also die Wahl. Spiritualität bedeutet demnach der Geist wählt die Tat/Tätigkeit; tun wiederum bedeutet eine Handlung ausführen. Spiritualität beinhaltet also nicht nur bloße Geistesarbeit, sie beinhaltet ebenso das Tun; also das Durchführen von Handlungen, die sich der Geist erdacht hat. Dabei entscheidet sich der Geist bewußt für das Tun, für das Schaffen, das Erschaffen.