Schlagwort-Archive: Gedichte

Zweiter Frühling

Häschen rasen,
Rehe grasen
Und der Reiter auf dem Pferd
Wippt den Fuß ganz unbeschwert.

Äste schaukeln,
Gänse gaukeln.
Unterm Blattwerk stiebt
Traumbewegt die Lieb‘.

Amsellied
Durchzieht das Ried,
Wirkt der Schwall
Mit süßem Hall.

Wolken tanzen,
Übern blauen Ranzen.
Weißes Kleid umhüllt,
Träume sind gestillt.

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Ein Vergißmeinnicht

Es blüht ein Vergißmeinnicht
Im warmen Sommerlicht
Dort drüben auf der Wiese
Steht stolz sie wie ein Riese

In ihrem grünen Sammetkleid
Habe ich sie stehen sehen
Von allen war sie die schönste Maid
Meine Liebe wollt‘ ich ihr gestehen

Blühendes Acker-Vergißmeinnicht.

Blühendes Acker-Vergißmeinnicht.

Deine Augen, der Liebe glückliches Kind
Sie wiegen sich im lauwarmen Wind
Nach der Sonne halten sie Schau
In ihrem immertreuen Blau

Zu allen Zeiten schmücket dich
Ein Mal, ein rundes Ding
So schön, so schön für mich
Trägst du den goldenen Ring

Es blühen die Blumen all‘ so schön
Doch habe ich die allerschönste auserseh’n
Es blüht ein Vergißmeinnicht
Im warmen Sommerlicht

Eichengrund

Am Horizont sitzt der Eichenwald.
Schon bald, in der Ferne erhallt
der Nachtigall Ruf
und es sich schuf
aus dem schwarzen Eichengrund
ein sonderbarer Fund.
So schauet nur.
Die helle Lichterschnur
zieht am gelben Faden
den nächtlichen Laden
empor ganz schnell.
Schon ist es hell.

Auenwald mit Wildbach.

Auenwald mit Wildbach.

Engel

Es spricht das junge Kind
Seine Worte getragen vom Wind
Schweben über Feld und Moor
Offen steht des Herzens Tor

Aus den Worten spricht
Unvermittelt rein und klar
Der Seele helles Licht
So immer es war

Als Engel geboren
Sind uns die Kinder
Nichts bleibt verloren
Beglückt ist der Finder

Himmelsschau

Der Stern vom Lebenden erzählt,
wenn Geist sich mit Herz vermählt,
im Suchenden eine Stimme weckt,
so sich im Leibe reckt
die einverleibte Lebenskraft.
So wird denn lebhaft
durch des Himmels Schau
des Lebens innerer Bau.

Winterzauber

Ein Zauber fliegt durch die Luft.
Es begleitet ihn ein betörender Duft.
Im Raume liegt ein goldener Glanz
und vom hellen Lichterkranz
durchströmt ein leiser Traum,
der überschreitend jeglichen Saum
eines jeden Menschenkindes Herz
führt himmelwärts.

Das Treiben der Waldameisen

Sie bauen weite Straßen
Über Flur und Rasen
Sie gehen auf große Reisen
Sie sind unsere Wald-Ameisen

Sie leben zu Tausenden in einem Bau
Dicht an dicht, Frau an Frau
Eine Königin sie haben
Ihr bringt man allerlei Gaben

Der von außen sichtbare Teil eines Ameisenstaates.

Die Welt ist ein Gedicht

Die Welt ist ein Gedicht
Zeigt uns ihr Gesicht
Im Sonnenschein
Sowie im Zusammensein
Auch im Blütenduft
Fliegt durch die Luft
Der Schöpfung Hauch
So ist uns auch
Das Licht gegeben
Daß wir streben
Das Gedicht zu leben
Ein eigenes hinzuzugeben

Zwei Rosenblüten im Sonnenlicht künden von der Schönheit der Welt.

Vier Rosenknospen, die blühen wollen. In der Mitte ist eine bereits verblühte Blüte zu erkennen.

Sammeln am Hang

Kommst du entlang
In der Stadt
Am schönen Hang
Siehst Wildkräuter du satt
Kannst ohne Bang sie pflücken
Sie sind zu deinem Verzücken

Böschungen bieten auch in Siedlungen eine Möglichkeit an frisches Wildgrün zu gelangen, da Hunde hier nicht flanieren.

Die kleine Maus (zweiter Teil)

Hier die Fortsetzung des ersten Teils:

Aus der Ruhe steigt empor
Still und leis‘ ein Keim hervor
Er ist es, der ins Bewußtsein dringt
Dem Mäuschen vom Leben singt

Das Denken ihm beschwingt
In ihm die Schönheit erklingt
So kommt die Maus um hinauszuspringen
Will ihr Glück in die Welt aussingen

Sieht in ihrem Inneren ein Sein
Das kam hervor im lichten Schein
Erkennt der Keim schon lange war
Tief in ihr gewurzelt unscheinbar

In der Ruhe erst kam er zu ihr
Brachte ihrem Atem Gier
Schenkte der Maus Trauen und Kraft
Geworden ist ihre Welt fabelhaft

Das Wort Gier hatte nicht immer den negativen Beigeschmack den es heute hat. Es wurde vielmehr als seelische Grundkraft verstanden ohne eine Gewichtung auf die Stärke des Verlangens, also als ein Bedürfnis der Seele. (siehe auch unter Gier im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm)