Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist sowohl ein zartes, sensibles sowie ein kraftvolles, willensstarkes Kraut. Dort, wo es auf Wiesen wächst, läßt es sich selbst durch regelmäßiges Mähen nicht beeindrucken. Wird es abgemäht, so stellt es sich darauf ein und blüht darufhin, um so  schneller, jedoch auf verkürztem Blütenstiel, der so kurz sein kann, daß er vom Rasenmäher nicht mehr geschnitten werden kann. Zudem strahlt die Fortwährend-Schöne, so die Übersetzung des botanischen Namens Bellis perennis, durch ihre Blüte eine sonnengleiche Schönheit aus. Sie blüht fast das ganze Jahr; Voraussetzung ist lediglich, daß die Temperaturen über 0°C sind.

Verwendet werden können die frischen und getrockneten Blüten und Blätter. Die frischen Blüten schmecken leicht nüssig und ergänzen hervorragend süße wie herzhafte Speisen. Es bietet sich an die Blüten und Blätter im Juni oder Juli zu sammeln, um sie in der Sommersonne zu trocknen.

Die behaarten Laubblätter des Gänseblümchen werden etwa 4 cm lang und 2 cm breit, können jedoch auch deutlich kleiner sein.

Eine weitere bemerkenswerte Eigenart des Gänseblümchen ist, daß sich ihr Blütenkorb am Abend und bei Regen schließt. Sie öffnet sich für die Sonne. Um gepflückte Blüten zu öffnen oder geöffnet zu halten, läßt man sie auf einem Wasserbad in einer Schale schwimmen.

Grundrosette mit Blütenknospe auf gestauchtem Stiel.

Grundrosette mit Blütenknospe auf gestauchtem Stiel.

Verwendbare Pflanzenteile:

oberirdische Pflanzenteile

Blütezeit:

gänzjährig, wenn die Temperatur nur über 0°C ist

Blütenfarbe:

weiß, teilw. rötlich; gelb

Wuchshöhe:

10 bis 20 cm

Hauptwirkstoffe:

Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Vitamine A, C, ätherische Öle, Gerbstoffe, Saponine, Schleimstoffe, Inulin

Vorkommen:

auf Wiesen und Rasen, kurz gehaltene Wiesen kommen ihm zugute

Geschmack:

wie Feldsalat mit nussiger Note

Verwendung als:

in Salaten und Suppen, sowie Kräutermischungen und Spinat; Blüten als eßbare Dekoration oder leckere Nascherei; für Tee und Saft; Blüten(knospen) wie Kapern eingelegt; Samen ab August gesammelt als Zutat für Salat oder für den Winter zum Keimen

Heilwirkungen:

stoffwechselanregend, entzündungshemmend, antiviral, schleimlösend, blutreinigend, schmerzlindernd; Tee wird volksmedizinisch zur Stärkung von Lunge, Leber, Magen und Blase angewandt; Wundumschlag zur Schmerzlinderung und Heilungsbeschleunigung, auch bei Ausschlägen und Insektenstichen; in der Homöopathie zur Gewebestraffung

Verwechslungsmöglichkeit:

Das blühende Gänseblümchen ist eigentlich unverwechselbar.

Weitere Namen:

Tausendschön(chen), Maßlieb(chen), Matfüßchen (Bergisch), Maßblümlein, Angerbleaml (Niederösterreich), Angerrösl (Niederösterreich), Augenblume, Blächblume (Nahe), Konrädchen (Hessen), Marienblümchen (Tirol), Mairöserl, Maiblume, Osterblume, Mondscheinblume, Margeretenblume, Margenblume (Unterweser), Morgenblume, Frueblümlein (Schlesien), Mannablümli (St. Gallen),  Geißeblümli (Glattal), Müllerblümli (Glattal), Winterröschen, Himmelsblume, Monatsblümchen, Regenblume, Mümmeli, Ruckerl (Österreich), Rockerl (Österreich), Zeitlose; franz.: pâquerette; engl.: daisy; botanisch: Bellis perennis L.

Die sonnengleiche Schönheit drückt sich ebenfalls im isländischen Namen baldrsbra (Braue des der Sonne zugeordneten germanischen Gottes Baldur) aus. Gänse hingegen essen das Gänseblümchen nicht. Sie lassen es auf der Wiese stehen.

Gänseblümchen, das ihren Blütenkorb des Lenzes Sonne entgegenstreckt.

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Eine Antwort zu “Gänseblümchen

  1. Ganz tolle Seite. Lese immer wieder gerne hier 😚 Herzensgrüße Nina Luzia Tara

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