Knoblauchsrauke

Wie freue ich mich jedes Frühjahr auf dieses würzig-aromatische Kraut. Die Knoblauchsrauke ist eines der ersten Kräuter im Frühjahr und eines der schmackhaftesten, wie ich finde. Sie schmeckt und riecht leicht nach Knoblauch, daher auch der Name, und hat dessen Inhaltsstoffe in abgeschwächter Form. Jedoch gibt es nach dem Verzehr von Knoblauchsrauke nicht den für Lauchgewächse typischen Hauch. Wer sich für eine Entgiftungs- oder Entwurmungskur interessiert, sei dieses vitaminreiche Kraut ebenfalls ans Herz gelegt.

Blattbüschel der Knoblauchsrauke Ende März.

Die Knoblauchsrauke treibt meist im Herbst ein zweites mal aus und erfreut uns mit ihren schmackhaften jungen Trieben, unter günstigen Bedingungen treibt sie sogar ein drittes Mal aus. Eine weitere Eigenart der Knoblauchsrauke ist, daß sie von ihren Wurzeln ein Sekret absondert und so andere Pflanzen von sich fern hält. Daher ist sie oft in großer Schar als (beinah) alleiniges Kraut anzutreffen.

Blüten der Knoblauchsrauke.

Verwendbare Pflanzenteile:

alle Pflanzenteile

Blütezeit:

April bis Juli

Blütenfarbe:

weiß

Wuchshöhe:

50 bis 100 cm

Die reifen Samen der Knoblauchsrauke verdunkeln sich und lösen sich schon bei leichtem Druck aus den Schötchen. In der Küche können sie ähnlich wie Senfkörner verwendet werden.

Hauptwirkstoffe:

Saponine, Knoblauchöl, ätherisches Öl, Senfölglykoside, blutdruckregulierende Glykoside, Vitamin A und C, Mineralstoffe

Vorkommen:

praktisch überall, bevorzugt jedoch Halbschatten

Geschmack:

würzig aromatisch nach Knoblauch

Verwendung als:

Würzung in Salaten u.a. Speisen; Kaltauszug aus Blättern und Blüten; Wurzel kann im Herbst oder Frühjahr geerntet und als Gewürz verwendet werden. Aus den dem Tafelsenf geschmacklich sehr ähnelnden Samen (reif und unreif) kann eine Würzpaste hergestellt werden.

Heilwirkungen:

antibakteriel, keimtötend, blutreinigend, entzündungshemmend bei innerer und äußerer Anwendung, als Wurmmittel

Verwechslungsmöglichkeit:

Charakteristisch für die Knoblauchsrauke ist der Knoblauchsgeruch, dem jedoch das typische durch Allicin hervorgerufene Laucharoma fehlt. Optisch besteht vor der Blüte Ähnlichkeit mit den verwendbaren Gundermann, Nelkenwurz und Scharbockskraut. Der Habitus der ausgewachsenen Knoblauchsrauke und entfernt auch die Form der Stengelblätter ähneln der Brennessel.

Weitere Namen:

Knoblauchskraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich, Lauchhederich, Waldknoblauch; franz.: Alliaire officinale, Herbe à ail; engl.: Garlic Root, Hedge Garlic, Jack-in-the-bush, Penny Hedge; botanisch: Alliaria petiolata (M.Bieb.) Cavara & Grande

Blütenknospe der Knoblauchsrauke Mitte April.

Verwandte Links:

Wildkräuterwanderungen – Wildpflanzenführungen in DE, OE & CH
Pflanzenportraits – Alles Wissenswerte über Wildpflanzen
Wildpflanzenbücher – Wildpflanzen sicher bestimmen und verwenden

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Zu jeder vorgestellten Pflanze werden mögliche Verwechslungsgefahren genannt. Zusätzlich werden am Ende des Buches die häufigsten Giftpflanzen kurz vorgestellt.

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Sehr praktisch ist auch, daß am Ende des Buches kurz die wichtigsten Giftpflanzen vorgestellt werden, mit denen die im vorderen Teil des Buches vorgestellten eßbaren Wildpflanzen leicht verwechselt werden können. Hier wird genau beschrieben, wodurch sie von ihren Doppelgängern unterschieden werden können.

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18 Antworten zu “Knoblauchsrauke

  1. Pingback: Kleiner Wildkräutersalat | www.WildpflanzenLiebe.de

  2. Pingback: Waldspaziergang & Wildkräuter sammeln | feiertäglich...das schöne Leben

  3. Wolfgang Gerster

    zur Knoblauchrauke: die Früchte sind lang, daher Schoten. Schötchen (breit)haben zum Beispiel Hirtentäschel oder Hellerkraut.

    Ach, und schade, dass der seltsame KOPP-Verlag beworben wird. Botanik geht ja, aber Weltverschwörungen?

  4. Pingback: Wiesen, wo wir uns treffen… | heilungs-biotop und kraft der natur

  5. KOPP hat sehr viele gute Sachbücher, da ist es mir relativ egal was da sonst noch so geschrieben wird. Man muss es ja nicht lesen. Noch haben wir Meinungsfreiheit in DE, oder?

  6. Bin begeistert von der knoblauchrauke ein super Gewürz ,besser als Bärlauch und auch für pesto herzliche gruesse von einen wildkraeuterfan. I.gottfried

  7. „Verschwörungstheorie“ ist ein Totschlagwort wie „Rechtspopulist“ und viele mehr.
    Der Kopp-Verlag deckt auf, was die sonstige Presse gern verschweigt. Wenn mal was nicht stimmt, kann man ja dagegen klagen.
    Nur sollte keiner glauben, die 20-Uhr-Nachrichten bringen die ganze Wahrheit. Das wär wohl ziemlich naiv.

  8. Hallo,
    nach Umzug jetzt Garteninspektion,
    alles passt auf Knoblauchrauke aber wir können KEINEN Knoblauchgeruch wahrnehmen obwohl wir Fans von Knobi sind!?
    Am Stengel leichter Knobiduft,verarbeiten oder lieber nicht??
    Freuen uns auf Antwort.
    Sonnige Grüße
    Elisa

    • Hallo Elisa,
      grundsätzlich lautet meine Empfehlung, nichts zu sammeln, was nicht sicher bestimmt werden kann.
      Knoblauchsrauke riecht deutlich nach Knoblauch und außerhalb der Lauchgewächse ist mir nichts bekannt, das nach Knoblauch riecht. Ich wäre vorsichtig, auch wenn optisch alles für Knoblauchsrauke spricht. Vielleicht beobachtest du die Pflanze weiter, um sie besser kennenzulernen, oder du lädst jemand Fachkundiges in deinen Garten ein.
      Lieben Gruß
      André

    • Liebe Elisa, pflück mal ein Blatt ab und zerreib es zwischen den Fingern – wenn es Knoblauchsrauke ist, riecht es definitiv nach Knoblauch! Die Pflanze habe ich so selber gerade erst vor ein paar Tagen kennengelernt ;) Wenn Du es nach diesem Test nicht identifizieren kannst, lass die Pflanze lieber stehen. Viele Grüße!

  9. Hallo Liebe Knoblauchsrauken-Fans!
    Ich habe nun schon einiges tolles von der Knoblauchsrauke gelesen und auch schon vielfach davon probiert (so im Vorbeigehen am Wegesrand). allerdings bin ich mit dieser Pflanze bisher nicht so wirklich warm geworden. Der Geruch ist sehr angenehm, der Geschmack anfangs tatsächlich leicht Knoblauchartig. Dominierend finde ich aber eher eine deutliche bittere Note, die ich sehr unangenehm finde und von der ich bisher eher selten gelesen habe.
    Ist die Knoblauchsrauke tatsächlich so bitter? Oder liegt es am Standort, oder der Erntezeit?
    Es könnte natürlich auch sein, dass ich die Pflanze immer mit etwas anderem verwechselt habe — obwohl ich finde, dass sie eigentlich recht eindeutig bestimmbar ist.

    Viele Grüße,
    Susi

  10. hallo Susi der die knoblauchsrauke ist nicht mit dem knobi verwandt und hat keinen knobi Geschmack, warscheinlich hast du sie verwechselt.

  11. Hallo Elisa,
    ich habe ähnliche Erfahrung mit „meiner Knoblauchrauke“ gemacht. Sie blüht weiss (4-blättrige Blütenblättern), jetzt 60 cm hoch, ca 1 m2 bei mir im Garten halbschattig; Blätterform genau wie überall beschrieben und gesehen. Leider riecht sie nicht nach Knoblauch und schmeckt auch nicht danach. Sie schmeckt leicht bitter und ein wenig nach Kresse und Senf. Die Wurzeln eher nach Meerrettich. Alles sehr angenehm. Aber leider nicht das Erkennungsmerkmal Knofi.
    Ich habe nun heute ein wenig Pesto gemacht und warte mal ab, was die Wirkung ist (:-). Berichte dann weiter. Vielleicht kann mir jemand sagen, warum meine Rauke nicht den Hauch von Knofi hat.
    Vielen Dank.

  12. Helmut Tischer

    Hallo,
    mein Eindruck nach ersten Versuchen ist dass die Knoblauchsrauke, je nach Standort leicht nach Knoblauch oder auch weniger, kaum merklich schmecken kann. Ich habe die K. neu kennengelernt und bin begeistert.
    Ich beziehe seit Jahren Bücher aus ganz verschiedenen Bereichen des KOPP-Verlages und kann dem Verlag nur höchstes Lob aussprechen. Ein
    Leuchtturm für unabhängige Berichterstattung in unserer gleichgeschalteten Medienlandschaft. Natürlich ist das vielen ein Dorn im Auge.
    Auch andere Artikel, z.B. Birkenzucker in sehr guter Qualität und konkurrenzlos günstig lasse ich von KOPP schicken um die legale „Zuckerdroge“ zu ersetzen.

  13. Wie lange hält sich die K. Im Kühlschrank, so dass sie nicht zu welk zum Essen wird?
    Kann man sie einfrieren?

    • Hallo subhashdotat,
      „nicht zu welk zum Essen“ wird vermutlich individuell sehr verschieden eingeschätzt. Ich würde sagen, dass es 3 bis 5 Tage möglich ist, wenn die Kräuter nicht austrocknen. Ein verschließbares Gefäß oder eine Plastiktüte tun dabei gute Dienste. Etwas befeuchten kann manchmal nützlich sein, ist aber meist nicht nötig. Zu feucht sollten die Kräuter es im Kühlschrank auch nicht haben.
      Einfrieren ist möglich, speziell zur Knoblauchsrauke habe ich keine Erfahrung mit Einfrieren.

      • Ich habe den Tipp bekommen, Blattgemüse in ein feuchtes Tuch einzuschlagen und in den Kühlschrank zu legen. Das habe ich auch mit der Knoblauchrauke getan, und sie hat etwa 10 Tage lang gehalten.

      • Gaby Imwald

        Ich pflücke mir immer ein paar Stengel der Rauke und stelle sie in ein Glas Wasser. So hält sie über mehrere Tag frisch und ich kann immer ein paar Blätter z.B. für mein Frühstücksbrot abflücken.

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