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Der Parfümeur

Heute möchte ich von einer Duft-Klang-Meditation der besonderen Art berichten:

Gedunkelt der Raum

Gediegen der Traum

Geruhsam die Musik

Erhaben der Kritik

Erloschen die Gedanken

Die Sinne Wanken

Der Duft entfaltet

Das Gefühl gestaltet

Was für ein Erlebnis auf der Lebensfreudemesse, einen echten Parfümeur zu erleben, der die Düfte noch mit Leidenschaft und in Handarbeit herstellt. Seine Düfte sind einfach ein Traum. Jeder ist für sich einzigartig, so einzigartig wie ein Gedicht. Er extrahiert die Düfte in seinem Labor und läßt sich dabei durch sein inneres Gefühl und natürlich seiner Nase leiten, seinem wichtigsten „Arbeitsgerät“. Er lebt größtenteils in Hamburg und bietet die Möglichkeit an, bei einem persönlichen Treffen individuell ein Parfum nur für einen selbst zu erstellen.

Echte Parfümeure gibt es nur noch sehr wenige auf der Welt und nur eine Hand voll von ihnen arbeitet als selbständige Künstler, dessen Berufung die Schaffung lebendiger Düfte ist. Leider hat er keine Weltnetzpräsenz, er kann jedoch wie folgt erreicht werden:

par fumar -Die reisende Duftwerkstatt
Rashid al-Attar
par_fumar@yahoo.de
IMG_7068_02

Der Parfümeur mit seinem Stand und den Parfums.

Das Parfüm von Patrick Süskind

Dabei erinnerte ich mich an den Roman Das Parfum von Patrick Süskind, den ich vor Jahren las: Der Junge Jean-Baptiste kommt unter widrigen  Umständen im Paris des 18. Jahrhunderts zur Welt. Er ist  mit einer  besonderen Gabe gesegnet. Seine  Nase ist so fein und scharfsinnig, daß er die feinsten Nuancen in den Gerüchen zu erkennen vermag. In einer Szene kommt Jean Baptiste in den Laden eines der beiden berühmtesten Parfümeure von Paris und kreiert dort aufgrund seines Talents einen Duft, der selbst den Meister zu tiefst beeindruckte. Er stellte diesen Duft zusammen ohne jegliche Ausbildung, er wußte nicht wie die Zutaten hießen oder wie man mit den Geräten richtig umgeht. Er mischte frei seiner inneren Eingebung folgend einfach die Komposition zusammen, ganz zur Verwunderung des Meisterparfümers.

Leider hatte seine Hochsensibilität eine für ihn äußerst verhehrende Nebenwirkung. Die Reizüberflutung machte ihn wahnsinig. In seiner Verzweiflung flieht er aus der Stadt und findet in der Einsamkeit auf dem Land zu den Gerüchen der Natur und in einer leeren Höhle zu sich selbst, d.i. er entdeckt seinen eigenen Geruch, das heißt er findet sein eigenes Ich. Der Protagonist im Roman schafft es schließlich seine Begabung in einen Schöpfungsprozeß zu wandeln, er wird der größte Parfümeur. Leider stieß Jean-Baptiste aufgrund seines Anders-Sein bei seinen Mitmenschen nur auf Intoleranz und Ablehnung, bisweilen sogar Haß. Daher entwickelte sich in ihm selbst eine Aversion gegen die Menschheit. Man kann schon fast sagen er wurde wahnsinnig. Der Roman beschreibt somit, wie ein hochsensibler Mensch durch seine Andersartigkeit, seine andere Sichtweise auf Ablehnung stößt und letztendlich aus seiner Liebe gerissen wird. Doch sein Leben ist geprägt davon den größten Duft aller Zeiten zu entwickeln, um sich selbst zu verwirklich und so auch Anerkennung zu erlangen. Deshalb fand ich den Roman damals aufgrund der tiefgreifenden Beschreibung der historischen Lebensverhältnisse und des Lebensweges des Protagonisten fesselnd.

Himmel und Hölle

Es gibt da ein Frucht, bei deren Begegnung man sowohl Himmel als auch Hölle auf Erden verkörpert erleben kann; so sagt man.

Der Duft massiv
Wie die Hölle tief
Abgestandene Käsefüß‘
So verschworren süß
Hängt im großen Raum
Ergießender Zaum
Gellt in den Nasen
Nicht kann wegblasen
Mancher gar meint es stinkt
Doch der Duft jeder Zelle winkt
Wenn durch verschlossene Türen
Noch die Nasen küren
Diesem Ereignis arges Unheil
Doch die Frucht bietet feil
Ihren inneren gelben Leib
Er ist aller Treib
Wer ihn kennt
Himmlich ihn nennt
Wie Pudding kremig
Geradezu sämig
Lieblich die Vanille
Durchstößt die Stille

Außen ist sie stachelig und dornig, daher auch ihr Name Dur(ia)n.

Durian im Ganzen.

Innen erfreut die Durian unsere Gaumen.

Geöffnete Durian.

Wonniger Morgen

die goldene sonne strahlt, der blaue himmel lacht
ich strecke mich noch einmal, langsam bin ich erwacht
ich drehe mich hin zu dir und flüstere in dein ohr
zärtliche liebesworte. engel singen im chor

wir liegen hier im bett
und schlummern noch so nett
in den weichen kissen bei dir
mit dem wissen vom hier und wir
fühlen wir einander arm in arm
spüren uns wird ganz warm

leise lassen wir uns durch liebesworte betören
daß wir die anderen dinge nicht mehr hören
deine augen suchen mich und erzählen mir
ich habe gut geschlafen neben dir

Bei der Sauna

Wohlig warm ists in der sauna
Ins schwitzen kommt frau da
Klitschenaß
Ja was ist denn das
Schnell die dusche suche ich
Dabei bin ich so nackelich
Rubbel rubbel trocken ist die haut
Jauchzend juchee ist der laut
Noch einmal hinein
Im warmen dabei zu sein
Die händlein
Die äuglein
Das rechte bein
Das linke bein
Das wadenbein
Das jochbein
Das brustbein
Berühre ich fein
Einfach dasein
Du und ich dein und mein

In der Heide

Was für ein Tag Mitte Januar, die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Temperatur knapp unter null Grad, die Landschaft noch weitestgehend grün.

herbstlich kühl ist das wetter
die sonne wärmend ist der retter
der feinfühlenden haut
so daß sich ein jeder traut
zu besuchen die nahe natur
dabei vergessend völlig die uhr
bei der sonne lichtstrahlen
leuchten fröhlich gar die kahlen
die blätter abgeworfenen bäume
geben sie muße in tiefe träume
gegeben ein holdes lächeln hier
bringt einen freudenstrahl zu mir
lache vergnügt ich zurück
sitzt im blick größtes glück

So ein schöner Tag, daß sogar die Laub geworfenen, ruhenden Bäume voller Kraft leuchteten. :)

Freistehende Waldkiefer in der Heide

Herz in Hand

An einem magischen Ort spielte sich ein Ereignis ab, daß sich am besten wie folgt beschreiben läßt.

ein herz eine hand
die energie ist bekannt
eine berührung ein zarter flaum
die magie ist wie im traum
eine quelle ein fluß
es folgt ein lieblicher kuß
ein zittern ein beben
der gefühle höchstes erleben

Ich nahm also die Hand meiner wunderschönen Göttin und führte sie zu meinem Herzen.  Dann geschah, was sich bereits in unseren kühnsten Träumen abspielte. Meine Herzensenergie strömte durch ihre Hand und ihren Arm in und durch ihren gesamten Körper. Sie beschrieb es so, als hätte sie das Gefühl mein Herz tatsächlich in ihrer Hand zu halten. Die Quelle beschreibt den Ort, an dem wir waren, eben an einer Wasserquelle. Der Fluß steht dann für den Energiefluß von meinem Herz als Quelle zu ihr. Meine Energie berührte sie oder bildlich gesprochen: Mein Herz küßte ihres. Die beiden letzten Zeilen erklären sich selbst.

Das Herz so weit

Hier das zweite Gedicht in der Herzreihe.

das herz so weit
die arme bereit
der atem tief
die stimme rief
die knie weich
das antlitz bleich
die hände geben
der haut erleben
die muskeln zucken
die beine rucken
der zweifel geht
die spannung lädt

Die Verse sprechen eigentlich für sich. Kurz gesagt wird beschrieben, wie das Herz sich öffnet und bereit macht zu empfangen. Dabei durchströmt eine Energie den Körper, die ihn erzittern bzw. zucken läßt auf angenehme Weise. Letztendlich werden Zweifel, die von Vergangenem herrühren, abgeworfen und hinter sich gelassen.

Herz klopft an

das Herz es schlägt
gut sich es trägt
weit weg es ragt
viel nun es wagt
wahr spürt es deines
tief fühlt es feines
leise horcht es hin
weise schaut es hin
weiß hier liegt Sinn
sagt hier ich bin

Das Herz hat sich nun schon daran gewöhnt, sich zu öffnen, und hat den Mut geschöpft, bei dem anderen hinzufühlen und vorzusprechen. Es fühlt sich ein und sagt quasi „Hallo, ich möchte gerne an deiner Seite gehen“.