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Die kleine Maus (zweiter Teil)

Hier die Fortsetzung des ersten Teils:

Aus der Ruhe steigt empor
Still und leis‘ ein Keim hervor
Er ist es, der ins Bewußtsein dringt
Dem Mäuschen vom Leben singt

Das Denken ihm beschwingt
In ihm die Schönheit erklingt
So kommt die Maus um hinauszuspringen
Will ihr Glück in die Welt aussingen

Sieht in ihrem Inneren ein Sein
Das kam hervor im lichten Schein
Erkennt der Keim schon lange war
Tief in ihr gewurzelt unscheinbar

In der Ruhe erst kam er zu ihr
Brachte ihrem Atem Gier
Schenkte der Maus Trauen und Kraft
Geworden ist ihre Welt fabelhaft

Das Wort Gier hatte nicht immer den negativen Beigeschmack den es heute hat. Es wurde vielmehr als seelische Grundkraft verstanden ohne eine Gewichtung auf die Stärke des Verlangens, also als ein Bedürfnis der Seele. (siehe auch unter Gier im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm)

Das Licht der Welt

Ein wunderschönes Gedicht darüber, wie die Wahrnehmung des Lichts in einem selbst und die Öffnung des Herzens für die Mitmenschen einen zum Träger und Sender desselbigen Lichts werden läßt.

in mir strahlt das licht der welt
ich fühle die sterne am himmelszelt
ich sehe einen schwarm vögel fliegen
und wie die wolken vorüberziehen

ich schließe dich in meine arme
ich flüstere sachte deinen namen
ich führe dich zu meinem herzen
es übertrifft jedes erblüh’n im märzen

ich spüre deine wärme in mir steigen
sie läßt mich die kraft des herzens zeigen
sie läßt mich auf liebe eingestellt
durch mich strahlt das licht der welt

Das Ich spürt, wie das Licht der Welt in ihm strahlt und es wärmt. Dabei macht es die Sterne als mögliche Quelle aus. Die fliegenden Vögel verkünden die Freiheit der Seele und die ziehenden Wolken künden Veränderung an, neuen Wind. In der zweiten Strophe nimmt das Ich seinen Nächsten in die Arme, erkennt ihn und öffnet sein Herz. Es stellt dabei fest, daß das Frühlingserblühen allein das Herz bei weitem nicht derart tief berühren kann. In der dritten Strophe nimmt das Ich die Veränderung in sich selbst wahr; es fühlt eine Wärme in sich, die es in Liebe sein läßt. Und schließlich wird es zum Träger dieses Lichts.

Wir können in obigen Gedicht auch den Dreiklang wiedererkennen, der uns aufzeigt, wie eine liebevolle Welt gelebt werden kann. Es sind nämlich jeweils in den Strophen 1, 2 und 3:

  1. Das In-die-Natur-gehen; sich mit der Natur, d.i. die Schöpfung auf der Herzens- bzw. der Seelenebene verbinden. (Mit der Schöpfung)
  2. Zusammen den Weg gehen; die Herzen verbinden. Warum wohl drückt man sein Gegenüber bei der Begrüßung ans Herz?   (Mit Schöpfern)
  3. Auf liebevolle Art und in Liebe selbst zur Quelle des Lichts  werden bzw. in Liebe selbst etwas schaffen; seine Gabe der Welt geben. (Schöpfen)

Der Parfümeur

Heute möchte ich von einer Duft-Klang-Meditation der besonderen Art berichten:

Gedunkelt der Raum

Gediegen der Traum

Geruhsam die Musik

Erhaben der Kritik

Erloschen die Gedanken

Die Sinne Wanken

Der Duft entfaltet

Das Gefühl gestaltet

Was für ein Erlebnis auf der Lebensfreudemesse, einen echten Parfümeur zu erleben, der die Düfte noch mit Leidenschaft und in Handarbeit herstellt. Seine Düfte sind einfach ein Traum. Jeder ist für sich einzigartig, so einzigartig wie ein Gedicht. Er extrahiert die Düfte in seinem Labor und läßt sich dabei durch sein inneres Gefühl und natürlich seiner Nase leiten, seinem wichtigsten „Arbeitsgerät“. Er lebt größtenteils in Hamburg und bietet die Möglichkeit an, bei einem persönlichen Treffen individuell ein Parfum nur für einen selbst zu erstellen.

Echte Parfümeure gibt es nur noch sehr wenige auf der Welt und nur eine Hand voll von ihnen arbeitet als selbständige Künstler, dessen Berufung die Schaffung lebendiger Düfte ist. Leider hat er keine Weltnetzpräsenz, er kann jedoch wie folgt erreicht werden:

par fumar -Die reisende Duftwerkstatt
Rashid al-Attar
par_fumar@yahoo.de
IMG_7068_02

Der Parfümeur mit seinem Stand und den Parfums.

Das Parfüm von Patrick Süskind

Dabei erinnerte ich mich an den Roman Das Parfum von Patrick Süskind, den ich vor Jahren las: Der Junge Jean-Baptiste kommt unter widrigen  Umständen im Paris des 18. Jahrhunderts zur Welt. Er ist  mit einer  besonderen Gabe gesegnet. Seine  Nase ist so fein und scharfsinnig, daß er die feinsten Nuancen in den Gerüchen zu erkennen vermag. In einer Szene kommt Jean Baptiste in den Laden eines der beiden berühmtesten Parfümeure von Paris und kreiert dort aufgrund seines Talents einen Duft, der selbst den Meister zu tiefst beeindruckte. Er stellte diesen Duft zusammen ohne jegliche Ausbildung, er wußte nicht wie die Zutaten hießen oder wie man mit den Geräten richtig umgeht. Er mischte frei seiner inneren Eingebung folgend einfach die Komposition zusammen, ganz zur Verwunderung des Meisterparfümers.

Leider hatte seine Hochsensibilität eine für ihn äußerst verhehrende Nebenwirkung. Die Reizüberflutung machte ihn wahnsinig. In seiner Verzweiflung flieht er aus der Stadt und findet in der Einsamkeit auf dem Land zu den Gerüchen der Natur und in einer leeren Höhle zu sich selbst, d.i. er entdeckt seinen eigenen Geruch, das heißt er findet sein eigenes Ich. Der Protagonist im Roman schafft es schließlich seine Begabung in einen Schöpfungsprozeß zu wandeln, er wird der größte Parfümeur. Leider stieß Jean-Baptiste aufgrund seines Anders-Sein bei seinen Mitmenschen nur auf Intoleranz und Ablehnung, bisweilen sogar Haß. Daher entwickelte sich in ihm selbst eine Aversion gegen die Menschheit. Man kann schon fast sagen er wurde wahnsinnig. Der Roman beschreibt somit, wie ein hochsensibler Mensch durch seine Andersartigkeit, seine andere Sichtweise auf Ablehnung stößt und letztendlich aus seiner Liebe gerissen wird. Doch sein Leben ist geprägt davon den größten Duft aller Zeiten zu entwickeln, um sich selbst zu verwirklich und so auch Anerkennung zu erlangen. Deshalb fand ich den Roman damals aufgrund der tiefgreifenden Beschreibung der historischen Lebensverhältnisse und des Lebensweges des Protagonisten fesselnd.

Der Sonne Schein

Nach wohliger Nacht noch bin ich bei dir
ich fühle mich sicher denn hier sind wir
du stehst vor mir ich sehe deinen Rücken
deine goldenen Haare mich sie verzücken
möchte ich dein Herz an meines drücken
mit dir diesen neuen Tag zusammen pflücken
denken wir nicht an gestern oder morgen
wir fühlen uns mutig und geborgen
nicht nur ist uns diese wohlige Wonne
auch erheizt dies unser aller Sonne
zurück zur Erde ihr liebender Schein
erfüllt mit Wärme das irdische Sein.

Die golden Leuchtende

O du golden Leuchtende
Wirfst einen sonderbaren Schein
Auf mein hiesiges Sein
O du klärend Läuternde

Du strahlst von weit her
Sendest wärmende Strahlen uns
Daß wir stehen in deiner Gunst
Erfreuen wir uns deiner Einkehr

Sonnenaufgang über dem Meer.

Schatten im Wandel

Edelsteine sind einfach magisch. Immer wieder spüre ich deren erstaunliche Wirkung. Dieses Mal ließ mich die göttliche Liebe des Rubins folgendes Gedicht über den Wandel der Schatten, die einen verfolgen, niederschreiben.

es wandelt umher ein schatten
ihm folgen viele der ratten
machen aus ihm einen schauer
kennen kein bedauer
nicht hier nicht dort
niemals an keinem ort
rennen fluchen streifen
erklimmen jenen reifen
der ihn umrollt
so kommt ungewollt
das neue hineingedrescht
nicht sich sorgt um recht
kehrt ein in wogen
in hohen schauernden bogen
stürzt nieder der unhold
noch hält fest am gold
das glänzend weit
kündet andere zeit
sagt sich los
geschunden bloß
aufgelegt gewalt’ge bürde
erlangen soll alte würde
das gold erkennen wird
der glanz scheinen wird
vorher ein zaun versperrt
was unheil nährt
neues findet platz
baut den schatz
der wird bringen
sicher gelingen
eine mußestunde
durch offene munde
sich offenbaren
darum sein im wahren
im schlummernden reinen
hinunterhangeln an leinen
landen stehen gehen
stranden sehen verstehen
im sandkorn finden einen stein
ihn lösen kostbar und fein
daß ihm erloschen wird werden
seine brennenden herden

Die Veränderung tritt mit einer Wucht ein, die im ersten Moment beunruhigend sein kann. Es braucht vielleicht sogar eine gewisse Portion Mut, um den Schritt zu wagen. Doch das Neue wird einen Schatz offenbaren, der das Alte verblassen und vergessen läßt.

So trage ich also eine Kette mit dem göttlichen Rubin, dem liebenden Rosenquarz und dem stabilisierenden Bergkristall und bin gespannt, was mich noch erwartet.

Ruby Dream

Ruby Dream, die perfekte Kombination aus Rubin, Bergkristall und Rosenquarz.

Eine schöne und ausführliche Interpretation zu obigem Gedicht kann bei rohspirit gelesen werden.

Wenn Sternlein singen

Wenn die Sternlein singen
und die Vögel dabei klingen
wärmendes Licht zu uns dringt
und unser Herz höher springt
weiße Wolken ziehen vorbei
lichte Gedanken fliegen herbei
selige Ruhe in uns kehrt ein
Freude wird uns geboren sein
im Herze wohnt großes Glück
des Ganzen ein schönes Stück
mit Dir in zärtlicher Liebe geteilt
in Herz und Geist es ewig weilt

Was sind die Sterne auf der Erde? Es sind die Blumen und Blüten, die die Wiesen und Felder farbenfroh erleuchten, wie die Sterne das nächtliche Himmelszelt.

Blaustern, der durch einen Zaun lugt.

Der Frühling erwacht

Passend zum 1. März ein Frühlingsgedicht.

Der Frühling erwacht
An Dich
Habe ich gedacht
Fröhlich
Drum ist das Gemüt
Heiter
Die Pferde im Gestüt
Weiter
Kreisen nun die Gedanken
Schon bald
Kennen sie keine Schranken
Es hallt
Des Frühlings Klang
Der Fink
Kündet seinen Sang
Ein Wink
Den Wald durchströmt

Die Tiere er verwöhnt
Welch‘ Wonne
Die Kräuter sprießen
Der Sonne
Warme Strahlen gießen
Uns Leut‘
Den reichlich Kühnen
Es freut
Möge es grünen
Dir
Reiche ich die Hand
Wir
Rennen ins neue Land

Bei Temperaturen um die 10 Grad und Sonnenschein wird man einfach inspiriert. Die ersten Blumen, wie Krokusse und Schneeglöckchen blühen bereits, wie hier unter den Apfelbäumen aus dem Gedicht Im Januare.

Violettes Krokusmeer unter Apfelbäumen.

Auch am Wegesrand, im Wald und auf Wiesen erstarkt das Grün zunehmend. Wie hier die würzige Knoblauchsrauke.

Junge Triebe der Knoblauchsrauke. Junger Löwenzahn im Hintergrund.

Die Energie fließt

… wo man Beachtung gießt.

Zur Abwechslung mal ein Sprichwort. So einfach und schön läßt sich das allgemein gültige Gesetz des Widerhalls (Resonanz) benennen. Ein Mensch kann nur den Bereich der Wirklichkeit wahrnehmen, für den er sich öffnet. Dinge, an die man viel denkt oder sich viel mit beschäftigt, wird man unweigerlich in sein Leben ziehen. So wird ein ängstlicher Mensch mit seiner Angst konfrontiert werden und ein fröhlicher Mensch wird stets etwas finden, an dem er sich erfreuen kann. Entsprechend unserer Aufmerksamkeit bzw. Beachtung wird also die Energie in unserem Leben fließen. Dies soll nicht bedeuten, daß man Probleme vor sich her schieben oder verdrängen soll. Denn das Unterbewußtsein kann sich noch intensiv mit dieser Thematik befassen und sie entsprechend ins Leben ziehen, wenn mit der Thematik nicht abgeschlossen worden ist.

Wichtig ist es jedoch seinen Fokus, seine Aufmerksamkeit auf Dinge zu richten, die man gerne in seinem Leben hat. Entsprechende Gedanken könnten etwa sein: „Ich lebe in Fülle“ oder „Ich werde geliebt(, so wie ich bin)“.

Der Hammer

Folgendes Gedicht wollte geschrieben werden, nachdem ich drei Tage lang eine Edelsteinkette mit unbehandelten Rhodochrosit getragen hatte.

pauken- und trompetenschlag
niemals wie an diesem tag
donnern schmetternd nieder
durchfahren alle glieder
durchzucken rücken und mark
entzücken ungeheuer und stark
entrücken wie grellender blitz
der schwärzt weiße litz‘
die bänder feste spannen
der blick starr gefangen
ruft die kehle kalt und laut
was läßt erfrieren die haut
doch das herz verrichtet werk
setzt mit mut ziel und merk
auf was im vorn‘ steigt und droht
was nicht erhört letztes gebot
so die finger formen firme faust
selbst schweren schleier es graust
wenn arm schulter elle hand
werden lebend und bemannt
zu tosend wütendem hieb
der von sich drückt und schiebt
schleudert strudelt und schlägt
was das herz nicht gut trägt
so der hammer klärt unaufhaltsam
durch geistesloses ding und kram
schafft ordnung wo zuvor
stieg list und angst empor
streckt nieder was vernichtet
schützt was wahr und edel richtet

Kette „Magic Gift„. Orange-rot leuchtet der Rhodochrosit.

Der Rhodochrosit bricht Gewohnheitsmuster auf und führt Veränderungen herbei, die seinen Träger zu Wachstum und Entwicklung verhelfen können. Dies geschieht mitunter wie ein Gewitter, das sich überraschend über das Land ergießt. Doch durch diese Reinigung kann Neues gebaut werden.