Schlagwort-Archive: Menschen

Engel

Es spricht das junge Kind
Seine Worte getragen vom Wind
Schweben über Feld und Moor
Offen steht des Herzens Tor

Aus den Worten spricht
Unvermittelt rein und klar
Der Seele helles Licht
So immer es war

Als Engel geboren
Sind uns die Kinder
Nichts bleibt verloren
Beglückt ist der Finder

Winterzauber

Ein Zauber fliegt durch die Luft.
Es begleitet ihn ein betörender Duft.
Im Raume liegt ein goldener Glanz
und vom hellen Lichterkranz
durchströmt ein leiser Traum,
der überschreitend jeglichen Saum
eines jeden Menschenkindes Herz
führt himmelwärts.

Das Treiben der Waldameisen

Sie bauen weite Straßen
Über Flur und Rasen
Sie gehen auf große Reisen
Sie sind unsere Wald-Ameisen

Sie leben zu Tausenden in einem Bau
Dicht an dicht, Frau an Frau
Eine Königin sie haben
Ihr bringt man allerlei Gaben

Der von außen sichtbare Teil eines Ameisenstaates.

Die kleine Maus (zweiter Teil)

Hier die Fortsetzung des ersten Teils:

Aus der Ruhe steigt empor
Still und leis‘ ein Keim hervor
Er ist es, der ins Bewußtsein dringt
Dem Mäuschen vom Leben singt

Das Denken ihm beschwingt
In ihm die Schönheit erklingt
So kommt die Maus um hinauszuspringen
Will ihr Glück in die Welt aussingen

Sieht in ihrem Inneren ein Sein
Das kam hervor im lichten Schein
Erkennt der Keim schon lange war
Tief in ihr gewurzelt unscheinbar

In der Ruhe erst kam er zu ihr
Brachte ihrem Atem Gier
Schenkte der Maus Trauen und Kraft
Geworden ist ihre Welt fabelhaft

Das Wort Gier hatte nicht immer den negativen Beigeschmack den es heute hat. Es wurde vielmehr als seelische Grundkraft verstanden ohne eine Gewichtung auf die Stärke des Verlangens, also als ein Bedürfnis der Seele. (siehe auch unter Gier im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm)

Die Person

Als ich neulich auf die S-Bahn wartete, sah ich ein junges Mädel, ebenfalls wartend, das so sehr geschminkt war, daß man gar nicht mehr ihr Gesicht sehen konnte. Wirklich schade, denn sie schien sehr hübsch zu sein.

Eine Maske sehe ich,
schaue ich in dein Gesicht.
Das Tier in dir
nur spricht zu mir.
Dein Innerstes, es schreit,
bisweilen es gar speiht.
Mit flehend Wort zu dir spricht.
Doch du erhörst es nicht.
Ich fühle mit, ich fühle tief
all deinen verwachsenen Mief.
Höre hin, in dich hinein.
Hörst du nicht das gequälte Sein?
Sendet Kund‘ und Bote
in seiner gefangenen Note
zu deiner vagen Kenntnis.
Möge es werden deine Erkenntnis.
Zwar leise nur, fast ohne Spur,
doch auf weiter Flur,
so daß sich machet breit
nach der Jahrzehnte Zeit
tief und fest in deinem Leib
der Krankheiten Verbleib.

Zum Begriff Person: Person bezeichnete ursprünglich die Maske von Schauspielern und wurde später auf deren Rolle übertragen.

Wenn ich mir so einige Personen anschaue, dann habe ich stark das Gefühl, daß sie gar nicht sie selbst sind, sondern nur eine Rolle spielen.

Der Mond und die Sonne

Wenn der Mond
im Himmel wohnt.
Dann lacht
die Sonne in der Nacht
und aus der Ferne
funkeln die Sterne.

Der Mond repräsentiert bekanntlich das männliche Prinzip und die Sonne das weibliche.