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Frische Kräuter im Herbst

Auch jetzt im Herbst findet man junge frische Pflanzen, die nicht nur wunderbar für Salat, Smoothies oder Kräutermischungen genutzt werden können, sie erleben regelrecht einen zweiten Frühling:

Frische Vogelmiere.

Frische Vogelmiere.

Ein Vergißmeinnicht blüht im Oktober.

Ein Vergißmeinnicht blüht im Oktober.

Gesproßtes Klett-Labkraut.

Gesproßtes Klett-Labkraut.

Frisches Brennesselfeld.

Frisches Brennesselfeld.

So jung schmeckt auch der Wiesen-Bärenklau.

So jung schmeckt auch der Wiesen-Bärenklau.

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Ein Vergißmeinnicht

Es blüht ein Vergißmeinnicht
Im warmen Sommerlicht
Dort drüben auf der Wiese
Steht stolz sie wie ein Riese

In ihrem grünen Sammetkleid
Habe ich sie stehen sehen
Von allen war sie die schönste Maid
Meine Liebe wollt‘ ich ihr gestehen

Blühendes Acker-Vergißmeinnicht.

Blühendes Acker-Vergißmeinnicht.

Deine Augen, der Liebe glückliches Kind
Sie wiegen sich im lauwarmen Wind
Nach der Sonne halten sie Schau
In ihrem immertreuen Blau

Zu allen Zeiten schmücket dich
Ein Mal, ein rundes Ding
So schön, so schön für mich
Trägst du den goldenen Ring

Es blühen die Blumen all‘ so schön
Doch habe ich die allerschönste auserseh’n
Es blüht ein Vergißmeinnicht
Im warmen Sommerlicht

Die Welt ist ein Gedicht

Die Welt ist ein Gedicht
Zeigt uns ihr Gesicht
Im Sonnenschein
Sowie im Zusammensein
Auch im Blütenduft
Fliegt durch die Luft
Der Schöpfung Hauch
So ist uns auch
Das Licht gegeben
Daß wir streben
Das Gedicht zu leben
Ein eigenes hinzuzugeben

Zwei Rosenblüten im Sonnenlicht künden von der Schönheit der Welt.

Vier Rosenknospen, die blühen wollen. In der Mitte ist eine bereits verblühte Blüte zu erkennen.

Ackerschachtelhalm-Salat

Dieser Salat enthält dank des Ackerschachtelhalms eine enorme Menge an Kieselsäure (gut für Haut und Bindegewebe). Von der Brunnenkresse kommt eine senfähnliche Schärfe mit einer süßen Note, was von der Süße des Ackerschachtelhalms noch unterstrichen wird.

Zutaten:

  • 1 Hand voll Ackerschachtelhalm
  • 6-8 Cherry-Tomaten
  • 10 cm einer Salatgurke
  • 100 g Süßkartoffel
  • 1 Hand voll Erbsen
  • Brunnenkresseblüten
  • Portion Liebe

Diese Menge sättigt gut zwei Personen.

Zubereitung:

Ackerschachtelhalm in etwa fingernagelgroße Stücke schneiden, Tomaten halbieren oder vierteln, Gurke und Süßkartoffel kleinschneiden, Erbsen schälen. (Die Schale nicht wegwerfen, sie ist auch eßbar! Brima z.B. zum Mußen oder Entsaften.) Alles in eine Salatschüssel geben und mit den Blüten der Brunnenkresse dekorieren. Wer es schärfer mag, kann hier reichlich Blüten und auch Blätter der Brunnenkresse zugeben.

Dieser Salat war auch ohne Dressing wunderbar schmackhaft: fruchtig, süß und scharf.

Salat mit Ackerschachtelhalm und Brunnenkresse.

Um den Acker-Schachtelhalm beim Sammeln sicher vom bitteren Sumpf-Schachtelhalm unterscheiden zu können, ist im Pflanzenportrait des Ackerschachtelhalms ein einfach anwendbares Kriterium aufgezeigt.

Bärlauch-Blüten-Salat

Da nun der Bärlauch blüht, ist es an der Zeit den Blumenkohl-Avocado-Bärlauch-Salat abzuwandeln. Heute war mir nach einem ganz einfachen Salat:

Zutaten:

  • 8 Cocktail-Tomaten
  • 2 kleine Avocados
  • 1 große Hand voll Bärlauchblüten
  • 1 Portion Liebe

Die Tomaten und die reifen Hass-Avocados und natürlich der Bärlauch hatten so viel Aroma, daß der Salat ohne weitere Zutaten ganz wunderbar schmeckte. Wer mag kann dennoch noch Bärlauchblätter untermischen. Man sollte jedoch bedenken, daß die noch unreifen grünen Früchte des Bärlauchs deutlich schärfer sind als die Blätter.

Bärlauchblüten auf Avocado und Tomaten.

Die Honigbiene summt ihr Lied

Ein Bienchen zieht seine Bahn
Landet anmutig auf dem Löwenzahn
Läßt sich nieder
Auf gelbe Fieder
Gewinnt all seine Kraft
Aus der Blüte Saft

Eine Biene sammelt Blütennektar vom Löwenzahn. Es ist sehr schön der gelbe Blütenstaub in den feinen Härchen der Biene zu erkennen. Zum Vergrößern Bild anklicken.

 

Der Parfümeur

Heute möchte ich von einer Duft-Klang-Meditation der besonderen Art berichten:

Gedunkelt der Raum

Gediegen der Traum

Geruhsam die Musik

Erhaben der Kritik

Erloschen die Gedanken

Die Sinne Wanken

Der Duft entfaltet

Das Gefühl gestaltet

Was für ein Erlebnis auf der Lebensfreudemesse, einen echten Parfümeur zu erleben, der die Düfte noch mit Leidenschaft und in Handarbeit herstellt. Seine Düfte sind einfach ein Traum. Jeder ist für sich einzigartig, so einzigartig wie ein Gedicht. Er extrahiert die Düfte in seinem Labor und läßt sich dabei durch sein inneres Gefühl und natürlich seiner Nase leiten, seinem wichtigsten „Arbeitsgerät“. Er lebt größtenteils in Hamburg und bietet die Möglichkeit an, bei einem persönlichen Treffen individuell ein Parfum nur für einen selbst zu erstellen.

Echte Parfümeure gibt es nur noch sehr wenige auf der Welt und nur eine Hand voll von ihnen arbeitet als selbständige Künstler, dessen Berufung die Schaffung lebendiger Düfte ist. Leider hat er keine Weltnetzpräsenz, er kann jedoch wie folgt erreicht werden:

par fumar -Die reisende Duftwerkstatt
Rashid al-Attar
par_fumar@yahoo.de
IMG_7068_02

Der Parfümeur mit seinem Stand und den Parfums.

Das Parfüm von Patrick Süskind

Dabei erinnerte ich mich an den Roman Das Parfum von Patrick Süskind, den ich vor Jahren las: Der Junge Jean-Baptiste kommt unter widrigen  Umständen im Paris des 18. Jahrhunderts zur Welt. Er ist  mit einer  besonderen Gabe gesegnet. Seine  Nase ist so fein und scharfsinnig, daß er die feinsten Nuancen in den Gerüchen zu erkennen vermag. In einer Szene kommt Jean Baptiste in den Laden eines der beiden berühmtesten Parfümeure von Paris und kreiert dort aufgrund seines Talents einen Duft, der selbst den Meister zu tiefst beeindruckte. Er stellte diesen Duft zusammen ohne jegliche Ausbildung, er wußte nicht wie die Zutaten hießen oder wie man mit den Geräten richtig umgeht. Er mischte frei seiner inneren Eingebung folgend einfach die Komposition zusammen, ganz zur Verwunderung des Meisterparfümers.

Leider hatte seine Hochsensibilität eine für ihn äußerst verhehrende Nebenwirkung. Die Reizüberflutung machte ihn wahnsinig. In seiner Verzweiflung flieht er aus der Stadt und findet in der Einsamkeit auf dem Land zu den Gerüchen der Natur und in einer leeren Höhle zu sich selbst, d.i. er entdeckt seinen eigenen Geruch, das heißt er findet sein eigenes Ich. Der Protagonist im Roman schafft es schließlich seine Begabung in einen Schöpfungsprozeß zu wandeln, er wird der größte Parfümeur. Leider stieß Jean-Baptiste aufgrund seines Anders-Sein bei seinen Mitmenschen nur auf Intoleranz und Ablehnung, bisweilen sogar Haß. Daher entwickelte sich in ihm selbst eine Aversion gegen die Menschheit. Man kann schon fast sagen er wurde wahnsinnig. Der Roman beschreibt somit, wie ein hochsensibler Mensch durch seine Andersartigkeit, seine andere Sichtweise auf Ablehnung stößt und letztendlich aus seiner Liebe gerissen wird. Doch sein Leben ist geprägt davon den größten Duft aller Zeiten zu entwickeln, um sich selbst zu verwirklich und so auch Anerkennung zu erlangen. Deshalb fand ich den Roman damals aufgrund der tiefgreifenden Beschreibung der historischen Lebensverhältnisse und des Lebensweges des Protagonisten fesselnd.

Die Sonne

Mir wird ganz warm
Nimmt mich in den Arm
Die gelbe Sonne
Mit wohliger Wonne
Lenkt sie das Blatt
Licht sie hat
Ihre Fahne sie hißt
Liebe sie ist

Wucherblume, die von der Sonne liebkost wird.

Der Bär-Lauch

Über das Wirken eines besonderen Krautes, dem Bärlauch:

wo im märze im wald
das lied der vögel hallt
ruht die zwiebel stille
und unter der bäume deckung
kommt ein sproß zur streckung
erst noch in zarter hülle
hebt empor auf einem schlauch
sich das junge lauch
es wächst gar schön
hoch in bergigen höh’n
hoch im weiten norden
schmückt manchen orden
schlägt in die flucht
so manchen wicht
steigt ihm ins gesicht
mit ungeheuerlicher wucht
des krautes würze
der sproß in kürze
zur blume gediehen
tage vorüberziehen
was in ihm steckt
wird nunmehr geweckt
die kraft des bären
will sich gebären
formen will sich er
heilung seiner hehr
kraft ist uns geschenkt
das rad gelenkt

Vielfach wird vor Verwechslungen mit dem Aronstab, der Herbszeitlose oder dem Maiglöckchen gewarnt. Auf den Fotos seht ihr den jungen und etwas reiferen Bär-Lauch, unverwechselbar ist auch sein lauchiger Geruch beim Aufbrechen der Zellstrukturen, z.B. durch Reiben.

Erste Bärlauchsprossen im März.

Bärlauchfeld im April.

Oh, Du Schöne

Deine mit Liebe gefüllten Kelche
Leuchten so rein wie die Sonne
Dein Anblick erfüllt mich mit Wonne
Von Dir empfange ich gerne welche

Dein Gold sei mir hold
Wenn ich suche Mut
In der Gedankenglut
Daß es werde gut
Was zu erfüllen ist
Was die Muße mir küßt

Diese wundervollen Geschöpfe (siehe Bild) tragen doch wahrlich die Liebe der Sonne in sich.

Osterglocke, die zu Ostern blüht.