Hoch-Zeit

Auf daß die Hei-Rat, d.i. der Heilige Rat, der Beginn einer Hoch-Zeit werden möge.

Zum Lob schreitet das Weib
Dem Manne hin zum Leib
Mit Funken in den Augen
In unermeßlich Glauben
In seines Gottesstreben
Zu liebevollem Leben
Unter leuchtenden Hallen
Wird sein ihr Gefallen
Mögen sie immer finden
Ein goldener Glanz sie binden
Dargebracht in Herrscherpracht
Danieder fällt der Götter Schlacht
Sich breitet der Nordwind
Zu des beider gutes Kind
Wird uns Sorge entschwinden
Ewige Kunst zu binden
Eines Königs Seele künden
Wird es endlos finden

Wie bei einer Heirat üblich nähern sich die beiden Liebenden. Mann und Frau sind buchstäblich umrahmt von Lob (dem Gelob, von geloben) und Leib, dh. sie verbinden die geistige mit der körperlichen Welt. Ihren Glauben, d.i. das Geloben, sieht man deutlich in ihren Augen. Er ist in seiner Schöpferkraft („Gottesstreben“), einen Raum der Liebe zu erschaffen und was ihm noch gegeben ist. „Unter leuchtenden Hallen“ stelle ich mir Baumreihen vor. Selbstverständlich findet der Rat in der lebenden, offenen Natur statt, so daß auch die Sterne teilnehmen können. Man vergleiche auch nur die Bögen, die die Äste von Buchen über einen Weg durch einen Buchenwald bilden, mit den Spitzbögen gotischer Bauten und man horche, wie Klang und Sang im Wald wider-hallen. Sie mögen ferner Findende sein, statt Suchende, wobei ihre Herzen, dargestellt eines goldenen Glanzes, verbunden sind. Dieses hohe Fest soll ein prächtiges sein. Selbst der Götter Geschehen verblaßt dabei bzw. hält inne (fällt nieder). Gemeint ist hier in erster  Linie der Kampf zwischen Gott und Göttin, also daß der Ge-schlecht-erkampf aufhört. In dieser Vereinigung von Mann und Frau wird eine neue Generation (ein Kind) heranwachsen, frei von Sorge, dafür königlich in sich selbst. Denn ewig  wird die Kunst sein, die Gott und Göttin verbindet, weil in jedem die Seele eines Königs bzw. einer Königin wohnt.

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